Description
Handlungs- und Entscheidungstheorien gelten als erfolgversprechende Ansatze zur Erklarung sozialen Handelns. Individuelles Handeln wird dabei als das Ergebnis eines Abwagungsprozesses gesehen: Menschen wahlen aus den verfugbaren Handlungsoptionen diejenige aus, die bei gegebener Situationswahrnehmung und gegebenen Ressourcen ihre Ziele am besten zu verwirklichen verspricht. Handlungen sind damit als Folge einer komplexen Wechselwirkung objektiver und subjektiver Elemente der Handlungssituation zu beschreiben. Bei der Analyse politischer und sozialer Institutionen kann die Handlungs- und Entscheidungstheorie auf zweierlei Weise eingesetzt werden: Die Entstehung von Institutionen kann einerseits als Ergebnis des Zusammenwirkens einer Vielzahl individueller Entscheidungen betrachtet und somit erklart werden (positive Analyse), politische Institutionen konnen aber auch als Teil der Restriktionen gesehen und danach beurteilt werden, inwiefern sie individuelles Handeln in einer normativ erwunschten Weise zu steuern helfen (normative Analyse).