Description
Im Zuge der fortschreitenden Internationalisierung der Rechnungslegung stellt sich die Frage nach der Qualitat von Bilanzierungsregelungen. So zahlt deren inhaltliche Bestimmtheit zu den Grundvoraussetzungen fur eine aussagekraftige und verlassliche Gewinnermittlung. In der bilanzrechtlichen Diskussion uber die Vorteilhaftigkeit von Rechnungslegungsordnungen wird dies jedoch oftmals vernachlassigt.
Andreas Rudinger erortert die Normbestimmtheit von HGB, IAS/IFRS und US-GAAP am Beispiel der Ruckstellungen und untersucht, welche Anwendungsspielraume die Regelungen dem Bilanzierenden im Einzelnen belassen. Es wird deutlich, dass die (auch bei Ruckstellungen) bestandig zunehmende Regelungsdichte der IAS/IFRS und US-GAAP nicht zwangslaufig zu einem hoheren Grad an Regelungsscharfe fuhrt. Im Gegenteil: Die zahlreichen Einzelregelungen klaren die bestehenden konzeptionellen Unscharfen der IAS/IFRS bzw. US-GAAP nur selten. Eine systematische Normkonkretisierung wie im deutschen Handelsbilanzrecht ist hier von Vorteil.