Description
Zeichnen und Malen sind spezifisch menschliche Hirnleistungen und waren ursprünglich keine elitäre Freizeitgestaltung, sondern ein lustbegleitetes Lernprogramm in der Auseinandersetzung mit der Umwelt. Sie sind in der Kindheit Vorbote und Begleiter der Sprachentwicklung. Bildliches Gestalten verbindet viele Einzelfunktionen unseres Nervensystems zu einem Aktionskanon und aktiviert Einzelfunktionen, die bei Gehirnerkrankungen beeinträchtigt wurden oder sichtbarer Ausdruck solcher Störungen sind. Damit können Zeichnen und Malen wertvolle Elemente der neurologischen Diagnostik und Rehabilitation sein. Dieses Buch enthält keine Definition von Kunst, noch werden die beispielhaften Arbeiten neurologischer Patienten als Kunst gesehen, sondern der Autor zeigt die zerebralen Mechanismen, die in ihrem Zusammenwirken zu dieser menschenspezifischen Leistung führen und demonstriert an ausgewählten Beispielen die Auswirkung von organischen Hirnerkrankungen auf das "Funktionsorchester" bildnerischen Gestaltens. TOC:Ursprünge: Einleitung; Hirn und Hand - eine faszinierende Wechselwirkung in zwei Richtungen; Die Menschwerdung von Hand und Hirn, Die Ontogenese ist eine kurze Wiederholung der Phylogenese (Ernst Haeckel); Kindliche Entwicklungsphasen in bildnerischem Gestalten und ästhetischem Urteil.- Gestalterfassung: Hirnfunktionen und ihre anatomischen Systeme im Dienst bildnerischen Gestaltens; Fundamentalleistungen und ihr Bezug zu bildlichem Gestalten; Emotion.- Verarbeitung: Gestalterfassung und Instrumentalfunktionen; Gedächtnis; Exekutivfunktionen im bildnerischen Gestalten.- Exit und Zusammenfassungen: Motorische Planung, Ausfolge, letzte gemeinsame Endstrecke Hand; Lateralisation und Dominanz; Ein Blick ins dynamische Hirnmodell bildnerischen Gestaltens - Zwischenbilanz.- Das kranke Gehirn und seine Bildnerischen Möglichkeiten: System - Störungskorrelation an klinischen Beispielen; Das kreativtherapeutische Repertoire und seine Anwendungen.