Description
Für Erstsemester ist es erfahrungsgemäß eine große Hilfe, wenn ihnen Teilgebiete ihres Studiums in knapper, leicht verständlicher und systematischer Form dargeboten werden. Gleichzeitig müssen sie aber auch sicher sein können, daß alle relevanten Studieninhalte auch tatsächlich in die ihnen angebotene Systematik eingearbeitet wurden. Unter diesen beiden Aspekten sollte die Qualität von Studienbüchern für Studienanfänger beurteilt werden. Die Vorarbeiten zum vorliegenden Studienbuch reichen bis in die 1980er Jahre zurück. Nachdem die Gewerbe- und Handelslehrerausbildung an der Universität Hamburg im Jahre 1982 über eine Prüfungsordnung im Studiengang "Lehramt Oberstufe-Berufliche Schu1en" zusammengeführt worden war, mußten auf diesen Studiengang abgestimmte Lehrveranstal tungen entwickelt werden. Eine Schlüsselstellung im Lehrangebot sollte eine gemeinsame Einführungsvorlesung einnehmen, in der auch zwei bisher getrennte wissenschaftliche Dis ziplinen mit unterschiedlichen Selbstverständnissen, Erkenntnisinteressen, Zielsetzungen und pragmatischen Ansprüchen zusammenzuführen waren. Insofern konnte nur auf Vorleistun gen der Berufspädagogik zurückgegriffen werden, als sich diese mit den Fragen auseinander setzte: 1. Welche spezifISchen Probleme, aber auch Chancen ergeben sich durch den Einfluß des Berufs auf die Erziehung? 2. Wie ist auf den Beruf hin mit dem Ziel der beruflichen Tüchtigkeit zu erziehen bzw. a- zubilden? Allerdings sind unter berufspädagogischen Systematikern nicht diejenigen einzureihen, mit denen die Reflexion über Berufserziehung begann. Die von Georg Kerschensteiner begonne ne und von Eduard Spranger, Aloys Fischer, Theodor Litt u. a. fortgeführte sogenannte klassische Berufsbildungstheorie konnte nicht unter einem systematischen Anspruch entwik kelt werden. Sie ging statt dessen von der Teilfrage aus, wie der Beruf bildend auf den Men schen wirkt oder wirken kann.