Description
In frtiheren Untersuchungen, die sich mit der gegenseitigen Diffusion von Silber und Gold einerseits 1J und von Kupfer und Nickel andererseits 2] befaBten, ist der Kirkendall-Ef fekt naher studiert worden, der bekanntlich dann auf tritt, wenn die Diffusion Uber Leerstellen stattfindet und die Dif fusionspartner unterschiedliche Beweglichkeiten besitzen. Um die Kirkendall-Wanderung im gesamten Diffusionsbereich erfas sen zu konnen, waren auf die Teilronden, die zur Diffusions messung verwendet wurden, zahlreiche Folien mit etwa 50 pm Dicke auf die Reinmetalle aufgeschweiBt worden, deren SchweiB nahte als Markierungen dienten. Der Befund nach der Diffu sionsgltihung ist fUr das Beispiel Ni-Cu in Abb. 1 schematisch, aber maBstabgerecht dargestellt. Links der ehemaligen Trenn ebene, die mit SE bezeichnet ist, liegt die Ni-, rechts von SE die Cu-Ronde. Die gestrichtelten Linien verbinden die zu gehorigen SchweiBnahte vor und nach der Gltihung. 1m Bereich der ehemaligen Trennebene wandern aIle SchweiBnahte in R~ch tung auf das Kupfer, dessen Atome die hohere Beweglichkeit besitzen. Deutlich ist die Probenverlangerung zu erkennen, die durch eine ausgepr~gte, mikroskopisch sichtbare Lochbil dung verursacht ist. Uberraschenderweise tritt an den Enden der Diffusionszone - wahl auf der Cu- als auch auf der Ni-Seite eine Umkehr der Wan derungsrichtung auf, obwohl auch in diesen Bereichen Kupfer die schnellere Komponente ist. Ein vollig analoges Verhalten zeigen auch die Ag-Au Legierungen. Versuche mit unter Druck geglUhten Diffusionsproben, der ausreichte, um die Lochbildung zu verhin dern, hatten ergeben, daB samtliche SchweiBebenen in Richtung auf das Kupfer wandern, der "Umkehreffekt" demnach aU5bleibt. Hier weist der Kirkendall-Effekt ideales Verhalten auf.