Description
Was der Krieg allen gelehrt hat, die nicht unbelehrbar sind, hat der rechtlose Einbruch der Franzosen und Belgier in deut sches Gebiet bestatigt: Wir sind fiir die Ernahrung unseres Volkes auf unsere eigene Schaffenskraft angewiesen. An der Spitze jeder Erorterung iiber Emamungsfragen muJ3 deshalb die Forderung nach gro. l3tmoglicher Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeu gung stehen. Die im Gang befindlichen Versuche, aus unbe schrankt zur Verfiigung stehenden Rohstoffen auf -chemischem oder biologischem Wege Nahrungsmittel herzustellen, sollen gewi. l3 nicht vemachlassigt, konnen aber noch in keine Rechnung ein gestellt werden. Bleibt so die Steigerung der landwirtschaft lichen Erzeugung und die Unterstiitzung aIler Hilfsmittel hierzu die wichtigste Aufgabe, so schlie. l3t sich nach der _Reihenfolge des Geschehens als zweite Aufgabe an, die Friichte des Bodens oder der Tierzucht, verarbeitet oder unverarbeitet, unter hochster Aus nutzung ihres Nahrwertes an den Verbraucher zu bringen. Die dritte Aufgabe aber, die zweckma. l3ige Regelung der Emahrung selbst, ist nicht minder wichtig; sie ist die eigenste Angelegenheit jedes Verbrauchers, besonders aber ruht sie mit all ihrer volks wirtschaftlichen Bedeutung in der Hand der deutschen Hausfrau als Hiiterin der wichtigsten Verbraucherzelle, der Familie. Vor dem Kriege hat sich das tagliche Leben iiber die Fragen der Verbraucherwirtschaft nicht viel Gedanken gemacht. Dann hat der Krieg mit seiner Verknappung aIler N ahrungsmittel die wissenschaftliche Forschung, die besonders die Kalorienlehre und die Lehre von den Eiwei. l3stoffen ausgebildet hatte, zu praktischer Auswirkung gefiihrt.