Description
Nach amtlichen Schätzungen gab es im Jahre 1976 in der Bun desrepublik Deutschland ungefähr 20 Millionen Rheumatiker und einen durch rheumatische Erkrankungen bedingten Ausfall von etwa 30 Millionen Arbeitstagen pro Jahr. Angesichts dieser Zahlen wird deutlich, daß die Rheumaerkrankungen ein beacht liches gesundheitspolitisches und volkswirtschaftliches Pro blem darstellen und für die vielen Betroffenen ein schweres persönliches Schicksal sind. Für die Pharmakatherapie entzündlich-rheumatischer Erkrankun gen stehen heute ein recht umfangreiches Spektrum von Arznei stoffen aus der Reihe nichtsteroidaler und steroidaler Anti phlogistika/Antirheumatika sowie einige Basis-Therapeutika (z. B. D-Penicillamin, Chloroquin, Goldsalze) zur Verfügung. Demgegenüber ist eine medikamentöse Behandlung degenerativer Gelenkerkrankungen aus der Gruppe der Arthrosen und Spondylo sen zur Zeit nur in einem sehr geringen Umfang möglich. Obwohl die Arthrose als Krankheit innerhalb des rheumatischen Formen kreises zahlenmäßig mit an der Spitze steht (5), gibt es bis heute kaum Arzneimittel, die als spezifische Antiarthrotika deklariert werden. Für eine pharmakologische Erprobung entzün dungshemmender Antirheumatika verfügen wir über zahlreiche Ver suchsanordnungen, von denen sich der Hauterythem-Test, die Ad juvans-Arthritis der Ratte, der Cotton-Pellet-Granulomtest und vor allem das Modell des entzündlichen Rattenpfotenödems beson ders bewährt haben. Der Mangel an spezifischen Antiarthrotika ist nicht zuletzt dadurch bedingt, daß in der Pharmakologie bis jetzt noch keine tierexperimentellen Arthrose-~odelle entwickelt sind, die eine systematische und routinemäßige Prüfung möglicher Antiarthrotika in einem größeren Rahmen ermöglichen.