Description
Organisationen gehoren zu den wenigen Dingen im Leben, die wir als naturgege ben und selbstverstandlich hinnehmen: Wir erblicken im allgemeinen das Licht des Lebens in einem Krankenhaus, wachsen in einer Familie auf, gehen mit drei Jahren in den Kindergarten, mit sechs Jahren in die Schule, spater vieIleicht an die Universitat, arbeiten in einem Unternehmen oder als Beamter in einer Be hOrde, konsumieren taglich Brot und manchmal Wein, gehen bei gesundheitlichen Beschwerden zum Arzt, verbringen unseren Lebensabend in einem Altenheim und werden mit dem Segen der Kirche beerdigt. AIle diese Organisationen hinterfragen wir in der Regel nicht. Wie das Kran kenhaus sicherstellt, daB ein Gynakologe bei unserer Geburt rechtzeitig zur Stelle ist oder wie der Leichenbestatter unsere Beerdigung regelt, interessiert uns selten. Wir machen uns kaum Gedanken daruber, wie die morgendliche Zeitung entsteht, wie das am Geldautomaten gezogene Geld auch tatsachlich von unserem Konto abgebucht wird oder wie die Milch der schweizerischen Kuhe zu Schokolade verar beitet wird. Wenn wir Organisationen tatsachlich als solche wahrnehmen, dann ist das im allgemeinen in solchen Situationen, in denen sie in irgendeiner Weise nicht funktionieren, etwa beim Arzt, wenn wir wieder einmal zu lange warten mussen, auf der Post kurz vor SchalterschluB, wenn die Schlange endlos lang ist, oder beim Kauf des neusten Automodells, wenn dieses eine Lieferzeit von drei Jahren hat.