Description
D:ie Hutindustrie verwendet zur Herstellull.g von Hliten f'ast ausschlieB lich Wolle, Kanin-und Hasenhaar. Wahrend die Wolle von Natur aus ein zur Herstellung von f'esten und dichten Filzen ausreichendes Fi- und Walkvermogen auf'weist, trif'ft dies fUr die Kanin-und Hasenhaare in diesem Umf'ange nicht zu. Urn genUgend dichte Filze auch aus den zuletzt genannten Haaren herstellen zu konnen, unterwirf't man diese Haare einer chemischen Behandlung, Beizen oder Carrotieren genannt. Auf diese Weise laBt sich das Walkvermogen soweit erhohen, daB beim Walken genUgend dichte und f'este Filze erhalten werden. Die chemi sche Behandlung erf'olgt am Fell, wobei so gearbeitet wird, daB be vorzugt die Haarspitzen der chemischen Behandlung ausgesetzt werden. Gegen die Haarmitte hin solIe die Beizstarke wieder ab~ehmen, so daB die Basis des Haares, darunter versteht man den Haarschaft, ungebeizt bleibt. Frliher hatte man zum Beizen der Felle ausschlieBlich salpetersaure Quecksilbernitratlosungen verwendet. In den JO-iger Jahren kamen dann allmahlich auch quecksilberfreie Beizlosungen auf' Basis mineral saurer Wasserstoffperoxidlosungen in Gebrauch (1). Heute nun haben diese Beiztypen, wie Salpetersaurel Wasserstoff'perox.id und Salzsau rei Wasserstoffperoxid die klassische Quecksilberbeize weitgehend ersetzt. Diese Tatsache beruht vor allem darauf', daB es sich bei der Quecksilberbeize Q~ eine Beizlosung hoher Giftigkeit handelt, denn hinsichtlich der Beizwirkung und vor allem in Bezug auf' die Schonung der Haarsubstanz ist die Quecksilberbeize allen bisher bekannt ge wordenen BeizlosungenUberlegen.