Description
Der Verbrennungsablauf in Gasgeräten wird stofflich vom Brennverhalten der Gase bestimmt. Das Brennverhalten wird durch vier Erscheinungen gekenn zeichnet: 1. die Wärmebelastung, 2. das Flammenbild, 3. die Flammenstabilität, 4. die Verbrennungsgüte. Eine der wichtigsten Erscheinungen ist die unter 3. genannte Flammenstabilität. Sie wird begrenzt durch das Abheben bei Diffusions-und Vormischungsflammen und bei der zweiten Flammenart, außerdem durch das Zurückschlagen. Mit der Ausdehnung der Rohstoffgrundlage für die Erzeugung von Stadt-und Ferngas auf flüssige bis gasförmige Kohlenwasserstoffe an Stelle der bisher praktisch allein benutzten Steinkohle und mit der Heranziehung gasförmiger Kohlenwasserstoffe unmittelbar in die Stadt- und Ferngasversorgung hat von der Flammenstabilität her die Neigung zum Abheben an Bedeutung gewonnen, weil diese die Instabilität der Flammen begünstigende Eigenschaft von Kohlen wasserstoffgasen gefördert wird. Das Abheben hängt mit der Zündgeschwindigkeit zusammen. Niedrige Zünd geschwindigkeit, wie sie den Kohlenwasserstoffgasen im Vergleich mit Wasser stoff eigen ist, begünstigt das Abheben. Über die Beziehungen zwischen Zünd geschwindigkeit und Abheben sei auf Untersuchungen von B. LEWIS und G. VON ELBE [1] hingewiesen. Danach erklärt sich das Abheben von Bunsen flammen folgendermaßen: Sobald sich eine Flamme aus dem Brennerrohr herausbewegt, breitet sie sich oberhalb der Brennermündung aus. Die Flamme versucht sich nun so einzu stellen, daß ein Gleichgewicht zwischen Zündgeschwindigkeit und Ausström geschwindigkeit entsteht. Wird nun die Ausströmgeschwindigkeit weiter ge steigert, entweder durch Druckerhöhung oder durch Erwärmung des Gas gemisches, so wird die Flammenbasis vom Brennermund abgehoben. Durch Diffusion reichem sich nun die Randschichten mit Sekundärluft an. Dadurch fällt die Zündgeschwindigkeit.