Description
Die Freien Waldorfschulen stellen heute in Deutschland die erfolgreichste Variante nichtstaatlicher Reform- und Alternativschulen mit besonderer pädagogischer Prägung dar. Im Vergleich zu anderen Reform- und Alternativschulen sind die Waldorfschulen nach wie vor empirisch nur wenig erforscht. Anhand von sequenzanalytischen Rekonstruktionen der retrospektiven Erzählungen sowie ausgewählter Berichtszeugnisse dreier ehemaliger Waldorfschüler/innen wird der Versuch unternommen, den Erfahrungsgehalt des in der Schule Erlebten und die Relevanz der Waldorfschule im Rahmen der Gesamtbiographie zu bestimmen. In der (schul- )theoretischen Abstraktion der drei Fallstudien werden schliesslich Entgrenzungsdimensionen der anthroposophischen Schulkultur identifiziert und auf ihre biographischen Chancen- und Risikopotenziale hin befragt. Inhalt: - Forschungsfeld Schule und Biographie - Der schulkulturelle Rahmen: Strukturmerkmale und Charakteristika der anthropologischen Schulkultur - Zwischenresümee: Erfahrungsbiographische Wirkungen von Waldorfschulen als "auratisierte Erziehungsschulen"--Theoretische Orientierungen: Biographie und Sozialisation - Methodische Orientierungen: Rekonstruktive Biographieanalyse - Fallstudien: Die Formung des Selbst in der Waldorfschule - Kontrastierung der schulbiographischen Passungsverhältnisse - Biographisch relevante Erfahrungsmomente der waldorfpädagogischen Schulkultur - Eigentheoretische Sinnbezüge -- Retrospektive Bilanzen - Waldorfschulen als entgrenzte Schulkulturen.